Telomer-Studie

Studie der „Telomer- und Stammzellbiologie der Hämatopoese“

Bei Patienten mit aplastischen Syndromen, die auf eine immunsuppressive Therapie mit ATG und Cyclosporin nicht ansprechen, liegt möglicherweise die Ursache der Erkrankung nicht in einem Angriff des Immunsystems auf die Blutbildung sondern in der Erschöpfung der Blutbildung. Möglicherweise verantwortlich für die Erschöpfung der Blutbildung sind Verkürzungen der Telomere (Chromosomenenden in bestimmten Zellen, unter die auch die Stammzellen des blutbildenden Systems fallen), die durch Mutationen hervorgerufen werden, die sowohl ererbt als auch spontan neu auftreten können.

Professor Dr. med. Tim H. Brümmendorf ist Direktor der Medizinischen Klinik IV, Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Aachen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH).
Professor Dr. Brümmendorf leitet die Forschungsgruppe 2 „Telomer- und Stammzellbiologie der Hämatopoese“.

Die von ihm geleitete Forschungsgruppe 2, sowie eine Gruppe kooperierender Ärzte aus Hamburg, Berlin und Hannover interessieren sich seit Jahren für die bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie z.B. CML (Chronische myeloische Leukämie), sowie die Erschöpfung der Stammzellreserve im Rahmen eines Knochenmarkversagens (sog. Aplastische Syndrome).
Die Arbeit der Gruppe dient der Ursachenfindung, wie auch die Etablierung neuer therapeutischer Wege.

Da sich bei den selteneren Erkrankungen, wie der Aplastischen Anämie, kaum Probanden melden, die zusätzlich Blutproben zu Forschungszwecken bereitstellen, können auch keine neuen Erkenntnisse über die weniger auftretenden Zellanomalien im Knochenmark gewonnen und schon gar keine weniger belastende Therapieformen gefunden werden.

Um hier Abhilfe zu schaffen, möchten wir unsere Bitte an diese Patientengruppe richten:
Stellen Sie im Rahmen Ihrer nächsten normalen Routineuntersuchungen ein weiteres Röhrchen mit 20 ml Vollblut bzw. weiteres Biomaterial (z.B. Körpergewebe, Parafinmaterial, Blut, Urin, Knochenmark, Liquor usw.) zu Forschungszwecken zur Verfügung. Die Untersuchungen sind AA-Patienten kostenfrei.
Hierzu beachten Sie bitte die „Patienteninformation Biomaterialbank …“ mit „Einwilligung zur Nutzung von Biomaterial zu Forschungszwecken“ sowie den „Begleitbogen zum Postversand„. – Sofern Sie nur eine Telomerlängenanalyse bestimmen lassen wollen, markieren Sie dies bitte handschriftlich mit z.B. „nur Telomere“ auf der Einwilligungserklärung.
Die Biomaterialbank, die direkt der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen (Institut für Pathologie) untersteht, organisiert die Aufbewahrung des verbliebenen Biomaterials unter Beachtung der Patientenvorgaben (s.a. Einverständniserklärung) und datenschutzrechtlicher Erfordernisse.