Warum Forschung

Warum ist Forschung so wichtig

Die aplastische Anämie stellt ein wichtiges Problem der menschlichen Biologie dar. Die meisten menschlichen Organe sind irgendwann ausgewachsen und verändern sich dann wenig. Das Knochenmark wächst normalerweise auch auf eine geordnete Art und Weise und produziert dabei beständig die notwendigen Blutzellen. Da bei der aplastischen Anämie genau das Gegenteil wie bei einer Leukämie passiert, nämlich dass gar keine oder zuwenig Leukozyten (weiße Blutkörperchen) anstelle von zu vielen produziert werden, glauben die Wissenschaftler, dass man auch die Leukämie verstehen wird, wenn man die Ursache der aplastischen Anämie erforscht hat.

Es gibt auch noch sehr naheliegende Gründe, warum die Erforschung der aplastischen Anämie sehr sinnvoll ist. Bei den vielen Krebspatienten, die mit Chemotherapie behandelt werden, entsteht durch die Behandlung ein Stop der Blutzellproduktion, es wird also eine vorrübergehende „aplastische Anämie“ erzeugt. Wenn wir mehr über diese Krankheit wüssten, könnten wir vielleicht auch Krebspatienten besser vor den Nebenwirkungen der Therapie schützen.

Ein therapeutischer Fortschritt kann nur durch kontrollierte Studien erzielt werden. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist dieses Ziel nur durch multizentrische Kooperation erreichbar. In Europa haben sich zu diesem Zwecke Studiengruppen gebildet, welche international kooperieren. Gegenstand laufender Studien sind Kombinationen von Standardimmunsuppression mit hämopoetischen (blutbildenden) Wachstumsfaktoren in der Primärtherapie (Ersttherapie) und der Einsatz neuer immunsuppressiver Substanzen bei Patienten, welche nicht auf Standardimmunsuppression ansprechen und Patienten mit einem Rezidiv (Rückfall) der aplastischen Anämie.